Wasservergiftung bei Hunden – die unterschätzte Gefahr!

Kaum ein Hundebesitzer kennt die Gefahr, die für seinen Vierbeiner in Seen, Flüssen oder auch zu Hause lauert –  die Wasservergiftung.

Gerade in der heißen Jahreszeit locken Seen und Flüsse oder auch Rasensprenger zur Abkühlung. Doch die Abkühlung kann schnell gefährlich werden. Springt der Hund z.B. an einem langen Nachmittag am See immer wieder ins Wasser, um Stöckchen zu holen und schluckt dabei viel Wasser, kann dies erhebliche Auswirkungen auf seinen Wasserhaushalt haben.

Jeder Körper verfügt über einen ausbalancierten Wasserhaushalt. Neben dem Wasser sind auch Elektrolyte (Salze und Mineralstoffe) lebenswichtig für den Organismus. Frisches Trinkwasser schwemmt jedoch Elektrolyte aus dem Körper. Mit der übermäßigen Aufnahme von Wasser gehen dem Hund also wertvolle Elektrolyte verloren und der Körper versucht den Verlust einzuschränken, indem er das Wasser einlagert, statt es auszuschwemmen.

Diese Wassereinlagerung lässt die Zellen anschwellen – darunter auch die des Gehirns. Der daraus resultierende Druckanstieg im Gehirn kann zu Lungenödemen führen, die Atemnot und Krämpfe nach sich ziehen können und im schlimmsten Fall zum Tod führen. Neben dem Gehirn können auch die Leber und die Nieren durch eine Wasservergiftung geschädigt werden.

Wie erkennt man eine Wasservergiftung?

Klassische Anzeichen für eine Wasservergiftung sind Zittern, Erbrechen, starkes Speicheln, Koordinationsstörungen, Unruhe und ein aufgeblähter Bauch. Dem Hund müssen dann sämtliche Wasserzugänge sofort verwehrt werden, denn er darf keinesfalls noch mehr Wasser aufnehmen.

Diese Symptome können schon direkt beim Spielen mit oder im Wasser auftauchen, manchmal treten die Symptome auch erst später zuhause auf. Dann kommen auch Zuckungen und Krämpfe bis zur Bewusstlosigkeit hinzu. Wichtig ist, je kleiner der Hund ist, umso größer ist das Risiko, dass die Wasservergiftung tödlich verläuft.

Treten Symptome auf, muss der Hund schnellstmöglich zum Tierarzt gebracht werden. Der Tierarzt kann dem Hund dann die fehlenden Elektrolyte zuführen und im Notfall auch für eine Wasserreduktion sorgen.

Wie kann man den Hund vor einer Wasservergiftung schützen?

Besitzer sollten darauf achten, dass ihre Fellnase nicht zu lange im oder mit Wasser spielt.

Beim Spaziergang am See sollte der Hund 2-3x ein Stöckchen aus dem Wasser holen dürfen, aber nicht stundenlang – auch wenn es den Vierbeiner Spaß macht. Zudem sollte der Hund niemals unbeaufsichtigt Kontakt mit Wasser haben. Egal ob See, Planschbecken oder der Rasensprenger – hier lauert die Gefahr einer zu hohen Wasseraufnahme und damit einer Wasservergiftung.