Tollwut – die tödliche Krankheit

Wussten Sie, dass für eine Infektion mit dieser meist tödlich verlaufenden Krankheit noch nicht einmal ein Biss nötig ist?

Schon der Kontakt mit Speichel von infizierten Tieren reicht bei kleinen, offenen Hautstellen aus, damit die Tollwutviren in den menschlichen Organismus gelangen.

Wirksame Medikamente gegen diese Krankheit gibt es nicht. Sie bricht zwar nicht bei jedem aus, der sich infiziert hat, aber jeder, der erkrankt, stirbt.

 

Die Inkubationszeit beträgt in der Regel 3 bis 8 Wochen. In Einzelfällen kann es sogar mehrere Jahre dauern, bis die Krankheit ausbricht.

Weltweit sterben laut Schätzungen der WHO jährlich ca. 59.000 Menschen an Tollwut. (https://tropeninstitut.de/impfungen-a-z/alle-impfungen/tollwut)

Glücklicherweise gilt Deutschland seit 2018 als tollwutfrei – regelmäßige Kontrollen sorgen dafür, dass dieser Status erhalten bleibt. Allerdings bleibt ein Restrisiko. Auch wenn die Tollwut in Europa bekämpft wird, verschwindet sie doch nie ganz. Ein Teil unserer heimischen Fledermäuse ist mit einer Virengattung von Tollwut infiziert, die übertragen auf den Menschen, bei diesem auch zum Tode führen kann. Allerdings kommt es relativ selten zu solchen Übertragungen.

 

Was tun, wenn man Kontakt zu einem tollwutverdächtigen Tier hatte?

Im Normalfall haben Wildtiere eine natürliche Scheue vor dem Menschen. Wenn Sie an Tollwut erkrankt sind, verlieren sie diese. Im Verlauf der Krankheit treten bei den infizierten Tieren Bewegungsstörungen und ein vermehrter Speichelfluss auf. Die Tiere werden aggressiv und beißen unvermittelt. Bisswunden müssen sofort gründlich mit Wasser und Seife desinfiziert werden. Die Verwendung von 70%igem Alkohol und eine Jodlösung zum Reinigen der Wunde reduziert das Ansteckungsrisiko. Ein Arzt muss unvermittelt aufgesucht werden. Liegt eine Impfung gegen Tollwut vor, wird in der Regel eine Aufrischungsimpfung im Abstand von 2 Tagen verabreicht – die erste sollte spätestens nach 72 Stunden erfolgen. Sollte der Patient nicht gegen Tollwut geimpft sein,  wird dem Patienten  innerhalb von 28 Tagen 5-6 Mal der Impfstoff gespritzt

Übrigens – das Virus ist unempfindlich gegen Kälte und Fäulnis, das bedeutet Tierkadaver sind auch noch nach Wochen ansteckend!

 

Symptome von Tollwut

Da die Inkubationszeit bei Tollwut liegt zwischen vier Tagen und einem Jahr. In den meisten Fällen beträgt die Inkubationszeit jedoch 20-70 Tage. Unwohlsein, Fieber und Kopfschmerzen und eine veränderte Wahrnehmung an der Bissstelle sind erste Anzeichen. Es folgt eine erhöhte Nervosität, Halluzinationen und Angststörungen, Muskelkrämpfe und vermehrter Speichelfluss.

 

Der Verlauf von Tollwut

Ohne rechtzeitige medizinische Hilfe verläuft Tollwut fast ausnahmslos tödlich. Vom Auftreten der Symptome bis zum Tod vergehen maximal 7 Tage. Das Virus bahnt sich seinen Weg im Körper entlang der Nervenbahnen ins Rückenmark bis zum Gehirn. Dort vermehrt es sich und breitet sich im gesamten Körper aus. Ist die Krankheit einmal ausgebrochen, können Ärzte die Symptome nur noch durch völlige Ruhe, gedämpftes Licht, Atemhilfe und Ruhigstellung lindern. Da alle Körperflüssigkeiten des Patienten hochansteckend sind, müssen Erkrankte isoliert werden. Im Endstadium führt die fortschreitende Lähmung  zu einem komatösen Zustand – in der Regel stirbt der Patient an einer Atemlähmung.

 

Wo gibt es Tollwut?

Deutschland gilt seit 2008 als tollwutfrei – genauso wie große Teile Europas. Eine Infektionsgefahr besteht nur noch in vielen Entwicklungsländern. Dazu zählen große Teile Afrikas und Asiens – hier vor allem in Indien.

 

Wie kann ich mich schützen?

  • Vermeiden Sie Tierkontakt in Tollwutgebieten
  • Lassen Sie sich vorbeugend impfen
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